Vergangenes Wochenende war es mal wieder soweit, dass wir mit einem Teil unserer N‑Module (Maßstab 1:160) auf der Spielemesse in Stuttgart zu sehen waren. Wie auch schon in den vergangenen Jahren haben wir an die Modulanlage des N‑Club International andocken, und so Züge aus ganz Europa auf der Gäubahn zu sehen bekommen.
Dieses Jahr werden wir mit unseren zweigleisigen Spur N‑Module im Rahmen der 16. European-N-Scale-Convention auf der Stuttgarter Spielemesse vertreten sein. Dabei werden wir an die große Modulanlage des N‑Club-International andocken und so einen internationalen Zugverkehr auf unseren Gäubahnmodule erleben. Die Messe findet vom 17. — 20. November 2021 jeweils von 10- 18 Uhr statt.
Weitere Informationen sind auf der Webseite der Messe Stuttgart zu finden.
In wenigen Tagen messefit – ein Gespräch mit Gerald Wirag
Zwei Wochen vor Beginn der Stuttgarter Spielemesse wurde es ernst: Für den Anschluss unserer zweigleisigen Spur‑N‑Module an die internationale Anlage des N‑Club‑International fehlte noch ein spezielles Übergangsmodul. Gerald Wirag übernahm den Bau. Wir haben ihn begleitet – und nachgefragt.
Ausgangslage
Zeitdruck, klare Normen und der Anspruch, auch optisch zu überzeugen: Das waren die Rahmenbedingungen für dieses Modul. Ziel war kein Ausstellungsstück für die Vitrine, sondern ein robustes, betriebssicheres Modul für den internationalen Messebetrieb.
Wann war klar, dass noch ein Modul gebaut werden muss – und dass es schnell gehen muss?
Gerald Wirag:Eigentlich relativ spät. Zwei Wochen vor der Messe stand fest, dass uns genau dieses Übergangsmodul fehlt. Da bleibt nicht viel Raum für Diskussionen. Entweder man fängt sofort an oder man lässt es bleiben und hat einen unschönen Modulübergang.
Der Rohbau: Basis für alles Weitere
Stabilität und saubere Elektrik sind bei Modulen entscheidend – vor allem dann, wenn sie mit fremden Anlagen kombiniert werden.
Wie bist du an den Bau herangegangen?
Wirag:Am 30.10.2021 habe ich zuerst den Holzrahmen zugesägt. Parallel dazu habe ich gleich die Modulstecker verdrahtet. Die Erfahrung zeigt: Wenn man die Elektrik zu lange aufschiebt, wird es später hektisch.
Bild: Zusägen des Holzrahmens und erste Arbeiten an den Modulsteckern.
Am nächsten Tag stand der Modulkasten?
Wirag:Genau. Am 31.10. wurden die vorgefertigten Bretter zum Modulkasten verschraubt. Danach kam das Trassenbrett hinein, und der Kork als Gleisunterlage wurde verleimt. Schon da konnte man die spätere Geländestruktur erahnen.
Bild: Der Modulkasten steht, die Trasse ist vorbereitet.
Gleisbau: Millimeterarbeit unter Zeitdruck
Der Gleisbau entscheidet über die spätere Betriebssicherheit – besonders bei zweigleisigen Modulen.
Der 1. November war komplett dem Gleisbau gewidmet. Warum ist dieser Schritt so kritisch?
Wirag:Weil hier nichts korrigiert werden darf. Zuerst habe ich die Aluminiumschablonen an den Modulübergängen befestigt und den Korkunterbau zugeschnitten. Dann wurde eine Lötleiste eingeklebt. Für den exakten Parallelabstand der Gleise nutze ich spezielle Metallglötze mit dem passenden Schienenprofil. Wenn das stimmt, läuft später auch fremdes Rollmaterial sauber über das Modul.
Bild: Gleisverlegung mit Aluminium‑Schablonen und Metallglötzen.
Landschaft: schnell, leicht, stabil
Nach der Technik durfte die Landschaft entstehen – pragmatisch und bewährt.
Wann wurde aus dem Rohbau eine Landschaft?
Wirag:Am 4.11. habe ich mit Kartonstreifen das Gelände aufgebaut. Dabei entstanden auch der Weg unter der Brücke und der Verlauf des Bachbetts. Gleichzeitig habe ich die Einspeisungsleitungen an den Schienen angelötet und nach unten geführt.
Bild: Geländeform aus Kartonstreifen, Bachlauf angedeutet.
Und die endgültige Form?
Wirag: Die kam am 5.11. mit Zeitungspapier und Leim. Zuvor habe ich noch die Brücke angepasst und eingesetzt. Zusätzlich bekamen die Schwellen einen ersten Anstrich – das nimmt später viel von der Plastikoptik.
Bild: Landschaft mit Papier kaschiert, Brücke eingesetzt.
Farbe, Elektrik und Wirkung
Grundfarben helfen, Proportionen und Flächen früh richtig einzuschätzen.
Was passierte am 6.11.?
Wirag:Ich habe die Modulstecker mit dem Kabelbaum eingezogen und an die Lötleisten angelötet. Danach bekam die Landschaft ihre Grundfarben. Jetzt sieht man sofort, wo Wiese entsteht und wo später Wald sein wird. Auch die Brücke gewann durch den grauen Anstrich deutlich an Tiefe.
Wasser und Gleisbett
Bachläufe und Schotter brauchen Zeit – vor allem zum Trocknen.
Wie ging es weiter?
Wirag:Am 7.11. habe ich das Bachbett mit ersten Felsen und Steinen aufgebaut und das Gleisbett geschottert und verklebt. Danach hieß es erst einmal abwarten.
Bild: Geschottertes Gleisbett und strukturierter Bachlauf.
Begrünung und Feinarbeit
Wann wurde es grün?
Wirag:Nach zwei Tagen Trocknungszeit, am 10.11., kam das Gras auf die Wiesen. Am 11.11. habe ich dann abgesaugt, Weg und Bachlauf nachbegrünt sowie die Modulkanten gesäubert und verspachtelt.
Kleine Pannen gehören dazu
Gab es auch Rückschläge?
Wirag:Klar. Am 12.11. bekam der Rahmen zwar seinen Außenanstrich und ich begann mit der Aufforstung, aber eine funkenschlagende Heißklebepistole und ein eingetrockneter Alleskleber haben mich kurz ausgebremst.
Details machen das Modul lebendig
Figuren und kleine Szenen ziehen auf Ausstellungen die Blicke auf sich.
Wie sah der letzte Bautag aus?
Wirag:Am 13.11. kamen die Details: ein Pferdegespann mit Langholz, ein Wanderer am Bach und mehrere Rehe am Waldrand. Solche Szenen erzählen kleine Geschichten – genau das bleibt den Besuchern im Gedächtnis.
Bild: Detailaufnahmen mit Figuren und Waldszene.
Fazit
In so kurzer Zeit ein komplettes Modul – hat sich der Aufwand gelohnt?
Wirag:Auf jeden Fall. Der Zeitplan war sportlich, aber mit klaren Tageszielen machbar. Am Ende stand ein betriebssicheres Modul, das sich auf der Spielemesse problemlos in die internationale Anlage eingefügt hat. Genau darum geht es beim Modulbau.
Dieses Jahr werden wir mit unseren zweigleisigen Spur N‑Module im Rahmen der 15. European-N-Scale-Convention auf der Stuttgarter Spielemesse vertreten sein. Dabei werden wir an die große Modulanlage des N‑Club-International andocken und so einen internationalen Zugverkehr auf unseren Gäubahnmodule erleben. Die Messe findet vom 18. — 21. November 2021 jeweils von 10- 18 Uhr statt.
Da uns für den Aufbau und die Anbindung an die Anderen Länder noch ein spezielles Modul fehlt, ist zwei Wochen vor Messebeginn höchste Zeit mit dem Bau anzufangen. Nachfolgend eine kleine Bilddokumentation über die Entstehung.
Los gings am 30. 10.21 mit dem zusägen des Holzrahmens und verdrahten der Modulstecker.
Tag 2: 31.10.21 Die vorgefertigten Holzbretter werden zu einem Modulkasten, das Trassenbrett wird vorbereitet und befestigt. Kork, auf dem später die Schienen verlegt werden wird auch bereits verleimt. Bereits jetzt ist die grobe Landschaft erkennbar.
Tag 3: 1.11.21 Tagesziel heute: Die Gleise müssen verlegt sein. Davor gab es aber noch einiges zu tun. Die Aluminiumschablonen am Modulübergang wurden befestigt, der Schienenunterbau aus Kork wurde zugeschnitten und eine Lötleiste wurde verklebt. Anschließend konnten die Gleise verlegt werden. Dass diese parallel zueinander verlaufen werden spezielle Metallglötze, die das Schienenprofil besitzen und auf unseren Gleisabstand angepasst sind verwendet. Wenn alles passt kann der Leim über Nacht trocknen.
Tag4: 4.11.21 Heute wurde die Landschaft mit Kartonstreifen geformt, der Weg unter der Brücke angelegt und der Bachlauf ist auch schon zu erkennen. An den Schienenprofile wurden die Leitungen für die Einspeisung angelötet und nach unter das Modul geführt.
Tag5: 5.11.21 Die Landschaft wurde heute mit Zeitungspapier, das mit Leim bestrichen wurde in die endgültige Form gebracht, zuvor wurde noch die Brücke in die Richtige Form gebracht und eingesetzt. Außerdem haben die Schwellen einen Anstrich bekommen.
Tag6: 6.11.21 Die Modulstecker mit dem Kabelbaum wurde eingezogen und an den Lötleisten angelötet. Die Landschaft wurde mit einer Grundfarbe versetzt. Hier kann man jetzt erkennen wo genau grüne Wiese und wo der braune Waldboden sein wird. An der Brücke hat sich optisch auch einiges getan durch den grauen Anstrich.
Tag7: 7.11.21 Das Bachbett wurde mit mit den ersten Felsen und Steine aufgebaut und der Schotter wurde im Gleisbett eingebracht und wurde verklebt.
Tag 8: 10.11.21 Das Gleisbett hatte nun zwei Tage zeit um zu trocken. Nun kam das Gras auf die Wiese.
Tag 9: 11.11.21 Heute wurde das Modul abgesaugt und der Feldweg, sowie der Bachlauf nachbegrünt. Die Modulkanten gesäubert und verspachtelt.
Tag 10: 12.11.21 Der Modulrahmen hat heute seinen Außenanstrich bekommen. Danach folgte noch die Aufforstung des Ersten Waldbereichs. Weite Aktivitäten konnten leider aufgrund einer funkenschlagender Heißklebepistole und eines eingetrockneten Alleskleber nicht erfolgen.
Tag 11: 13.11.21 Neben der restlichen Aufforstung wurden heute sehr viele Details angebracht. Das Pferdegespann mit Langholz hat den Modulabschnitt erreicht, ein Wanderer macht eine kurze Pause am sprudelnden Bachlauf und hält Ausschau nach einer Picknickbank und mehrere Rehe suchen nach saftigem Grün am Waldrand.
An den folgenden Wochenenden waren wir mit verschiedenen Themen zu Gast im Foyer vom Stellwerk S in der Herrenberger Nagolder Straße 14. Geöffnet war immer von 12 bis 17 Uhr.
Neben der Themenausstellung hatten wir noch einiges von unserem Flohmarkt mit dabei.
Am 8. und 9. Februar 2020 werden wir mit unserer digitalen Spur 0 Modulanlage bei der Modelleisenbahnausstellung in Haigerloch-Stetten zu Gast sein. Neben unserer Anlage wird auch der N‑Club International Stuttgart eine Modulanlage betreiben.
Weitere Infos auf der Webseite der VHS Balingen.
Mit jeder Menge Modelleisenbahnmaterial zu einem aktuell noch unbekanntem Motto werden wir bei der großen Modelleisenbahnausstellung in Pfullendorf zu Gast sein. Die Ausstellung des Modelleisenbahnclubs findet am am 16.11. und 17.11.2019 von 10 — 17 Uhr in der Stadthalle statt.
Mit der neunen digitalen Spur N Modulanlage werden wir bei der 27. Modelleisenbahnausstellung in Freudenstadt zu Gast sein. Die Ausstellung der Eisenbahnfreunde Freudenstadt findet am am 23.11. und 24.11.2019 statt.
Traditionell veranstalten die Eisenbahnfreunde Freudenstadt im November die Modelleisenbahnausstellung in der Turn- und Festhalle, die vergangenes Wochenende bereits zum 26. Mal stattfand. Wir beteiligten uns bei der Ausstellung mit unserer Spur H0-Modulanlage. Auf mehr als 80 Meter Strecke, verteilt auf 31 Module, fuhren über das Wochenende ca. 40 Verschiedene Züge und autonom fahrende Busse. Vor allem der ICE3, der bei allen Zuschauer immer sehr beliebt ist, wurde bei fast jeder Runde von vielen Kinder genau beobachtet. Auch die zwei Module, die mit Materialien aus der Astholzwerkstatt der Dorfgemeinschaft Tennental gestaltet wurden, waren für viele Zuschauer ein Hingucker.
Das Modul aus der Astholzwerkstatt
Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch der Eisenbahnfreunde Freudenstadt bei unserer großen Ausstellung am 9. und 10. Februar 2019 in der Stadt- und Mehrzweckhalle Herrenberg.